Bernhard's Blog Berg

Cows, anthropology, history, psychology, tractors, philosophy, healthcare, and all the rest. In all languages.

Scheunenwände

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Ein neues Dach ist ja schön und gut, aber nicht sehr haltbar, wenn es mehr oder weniger in der Luft schwebt, weil der Unterbau nicht stabil ist. Da war einiges nicht nur äußerlich verrottet. Vor allem der Südgiebel hing nur noch am Siemens-Lufthaken. Die umgebende Erde war im Lauf der Jahre immer höher bis zu den Stützbalken hochgewachsen, obwohl so ein Gebäude eigentlich wie auf einer Warft erhöht stehen sollte, damit das Wasser in alle Richtungen abfließen kann.

Die Rückwand, dort, wo der Anbau war, musste sowieso ganz neu aufgebaut werden, und dazu musste aus Stabilitätsgründen ein Betonsockel gegossen werden. Die Zimmerer haben eine schöne Form gebaut, 

, in die dann teurer Transportbeton kam.

Den Innenraum haben wir dann recht tief ausgegraben...

und mit feinem Schotter aufgefüllt, als Grundlage für einen Betonboden, den wir auch nicht selbst machen durften.

Außen am Giebel musste erst einmal richtig abgegraben,

... ein Drainagerohr gelegt, das das Wasser aus der Erde ums Gebäude herumleitet,

.... und mit Schotter aufgefüllt werden.

Die Betonplatte soll nicht nur den Boden für die neue Werkstatt bilden, sondern auch das Fundament für neue Wände und deshalb war es auch "tvunget", dass das mit Transportbeton passiert. Wäre auch eine Zeit gegangen, bis wir das mit einem Betonmischer selbst hinbekommen hätten, und garantiert nicht so stabil geworden. Schön armiert, selbstverständlich.

Da war Betrieb auf dem Hof, als der Betonmischer und auch noch eine Betonpumpe kam.

  Mir ist noch nicht klar geworden, warum man den Beton nicht mit der normalen 9 m langen Rutsche hineinbefördern und dann noch ein bisschen weiterschaufeln konnte, aber so war es schon noch bequemer.

Die Fläche wurde dann schön glatt gezogen...

... und am Einfahrtstor habe ich im halbfesten Beton eine Schräge fabriziert, damit die Stufe nicht zu hoch wird.

Der eine oder andere Laster mit Schotter wird hier wohl noch abladen.

Auf die Betonplatte haben Roger und ich dann zwei Reihen Steine gemauert und die Fachwerkskonstruktion gebaut, die den Giebel stützt. Es gibt Aussparungen für zwei Fenster, die wir noch nicht bekommen haben. Da kommt dann die Werkstatt hin.

Innen wird es eine Trennwand geben, damit man die Werkstatt isolieren und ein bisschen warm halten kann, und daneben auch mal mit einem Auto reinfahren kann, um Reifen zu wechseln oder so.

Das Prinzip, einen Betonsockel zu gießen, dann Fachwerk zu bauen, das dann verkleidet wird, haben wir auch noch am unteren Ende der Scheune praktiziert, wo der Traktor parkt.

Kleinere Abschnitte an der Rückwand der Scheune mache ich eher etwas handgestrickt, Hauptsache, es hält. Hier habe ich verschalt mit dem, was ich grad hatte,

ein paar Eisen reingelegt,

... 11 Sack Beton in der Schubkarre gemischt und reingefüllt,

...für die Nachwelt die Initialen meiner lieben Frau und die Jahreszahl hinterlassen,...

... Das Ergebnis ist nicht grad schön (zu schlampig verschalt), aber das sieht man später nicht mehr und die Balken links und rechts der Lücke haben wieder eine ordentliche Unbterlage.

Wir arbeiten uns an der Rückwand langsam weiter nach unten.  Von oben her haben die Profis das meiste gemacht, da war es aber auch leicht, weil die Wand mehr oder weniger neu gebaut und damit gerade und eben war. Da ist es leicht, Fensterrahmen zu bauen und Verkleidungsbretter draufzunageln.

Weiter unten muss man dann zuerst einiges reparieren, bevor man die Windfolie festtackern, waagrechte Riegel an die Balken schrauben und dann die Bretter draufnageln kann.

Ständig muss man ausgleichen, damit die Wand einigermaßen eben und senkrecht wird, weil die alten Balken alles andere als in einer Flucht stehen und auch nicht immer senkrecht stehen.

Die Bretter haben untereinander einen Abstand von ca. 1 cm, da kann man ein bisschen jonglieren, und auf die Lücke kommt eine Dachlatte.

Um Fenster und Türen herum muss man natürlich etwas ordentlicher arbeiten, damit nirgends Wasser reinlaufen kann und es nach etwas aussieht.

Ich bin noch am Üben:

Aber immerhin. Mit mehr Übung und mit der neuen Kreissäge wird das hoffentlich etwas leichter und akkurater. Jedenfalls wird es besser als es vorher war.

Inzwischen sind wir etwa auf der Hälfte der Länge bei der Stalltür angelangt. Links davon kommt die Box von Fritz, und an diesem Fach waren rechts und links beide Balken an ihrem unteren Ende verrottet. Da habe ich nach Rücksprache mit dem Zimmermann je ein Stück abgesägt und durch ein Stück Eichenbalken ersetzt und mit reellen Kanthölzern geschient. 

Eigentlich hätte man die Balken ja ganz austauschen sollen, aber da hat selbst Roger abgewunken. Das muss die nächste Generation machen, oder wir in 20 Jahren.

In die Lücke habe ich den Sockel jetzt mal gemauert und nicht betoniert, weil die Natursteine, auf denen alles steht, stabil genug sind. Von innen wird es in der Box halt ein bisschen feucht vom Mist, da ist es schön, wenn man eine Reihe Steine hat und mit der Bretterwand ein bisschen weiter oben anfangen kann.

Ja, der Eindruck stimmt, es ist krumm und schief. Die Wand hat hier einen argen Knick nach innen und der Sockel ein Gefälle von einem halben Stein Höhe, was ich ausgleichen musste. Aber der Mörtel ist fest geworden und die Balken stehen wieder ganz ordentlich. Inzwischen ist von innen zu, sodass Fritz wieder in seiner Box wohnen kann, und von außen Windfolie drauf, sodass das so schnell keiner sieht. Irgendwann wird jemand das erneuern und sich wundern.

Es heißt, die Scheune sei 1927 gebaut worden. Nicht, dass inzwischen nicht daran gearbeitet worden wäre. Man trifft da auf Stellen, die in Carolines Kindheit der Ausgang für das Schwein waren und Ähnliches. Aber vielleicht dauert es wieder 90 Jahre, bis jemand sich meine Basteleien anschaut, und dann stört es mich auf jeden Fall nicht mehr, wenn diese Person sich dabei die Haare rauft. Sicher wird jetzt nicht alles wirklich gut, aber doch deutlich besser als vorher. Der Kredit bei der Bank ist ausgereizt und läuft, bis ich 77 bin, da müssen wir jetzt ein bisschen mit Bordmitteln arbeiten, wo es geht.

So kann es übrigens aussehen, wenn man seinen Ampfer nicht in Schach hält:

Ein Alptraum!

Heute hat es zum ersten Mal geschneit, es war den ganzen Tag grau und es lag eine Zeit lang auch eine dünne Schneedecke auf den Solarzellen. Trotzdem haben wir knapp 2 kWh produziert, nach vier gestern und acht vorgestern. Nicht schlecht für einen kurzen und trüben Novembertag, finde ich. Zu unserer Produktionsstatistik kommt man über agri-culture.se.

 

 

 

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Endlich, die Solaranlage

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Ein so schönes Dach braucht selbstverständlich Solarzellen drauf. Man wundert sich, dass das auch in Schweden funktioniert, aber tatsächlich gibt es hier auch schon viele Dächer mit so einer Anlage drauf. Nach etwas Herumschauen und Preisvergleich haben wir uns für einen Lieferanten aus der Gegend entschieden, der uns 60 Solarmodule aus Beeblenga (ja, dort entwickelt, aber in China produziert) und einen Wechselrichter aus Hessen verkauft. Theoretische Leistung (bei unserem Breitengrad, Azimut, Dachneigung, Stärke des Stromkabels, Geldbeutel) 15 Kilowatt, das soll in etwa unseren jährlichen Stromverbrauch abdecken. Er rechnet uns vor, dass es am besten ist, allen produzierten Strom zu verkaufen, weil man dafür mehr bekommt, als man für eingekauften Strom bezahlen muss. Auch hier gibt es diverse Förderinstrumente sowohl beim Anschaffen der Anlage (sofern dem Staat das vorgesehene Budget nicht ausgeht, bekommen wir 30% der Anschaffungskosten) als auch beim Verkauf des Stroms. Ein Stromspeicher scheint sich hier (noch) nicht zu lohnen, obwohl man dafür vom Staat bis zu 60% der Kosten als Zuschuss bekommt.

Da werden die Module samt Befestigungsmaterial also endlich geliefert:

Den einen Karton mit 30 Modulen kann ich mit dem Traktor aus dem Lieferwagen holen und hinters Haus fahren,

... was ohne unfreiwilliges Abladen gelingt,

... die restlichen 30 Module müssen wir von Hand aus dem Lieferwagen heben, weil ich mit dem Traktor da nicht so weit hineinlangen kann, ohne den Lieferwagen aufzuschlitzen. Da liegen sie jetzt:

Mitgeliefert wird auch eine Menge Befestigungsmaterial,

insbesondere allerlei Rechtwinkliges aus Aluminium mit Schrauben drin.

Der Solarmensch hat nicht viel Zeit, versucht mir zu erklären, wie das alles zusammenpasst, und meint im Gehen, ich würde das dann schon verstehen...

... was nicht der Fall ist. Bevor ich zu viele Löcher ins Blechdach bohre, wo keine sein sollen, warten wir dann doch lieber, bis ein Mitarbeiter der Solarfirma kommt und mit mir zusammen die erste Aluschiene aufs Dach schraubt.

Die Dachbefestigungen haben eine Gummidichtung, die zugehörigen Schrauben auch, sodass kein Wasser durch die Bohrlöcher eindringen kann.

Ich mache die erste Schiene fertig - wie sich später herausstellen wird, 20 cm zu kurz, aber das lässt sich dann noch korrigieren.

Es sollen drei Reihen mit je 20 Solarmodulen werden, jede Reihe braucht zwei Schienen. Man kann jeweils auf die eine Schiene stehen (mit einem Brett, um das Gewicht zu verteilen), um die nächstobere Schiene zu montieren. Mein selbstbebautes Leiterchen hilft wenig.

Nr. 2

Nr. 3

Nr. 4

Nr. 5

Nr. 6

Selbstverständlich spanne ich immer schön ein Schnürchen, damit die Schienen schön grad sitzen, auch wenn man dann beim Drauflegen der Solarmodule noch ausgleichen kann.

Die 60 Module sind tatsächlich innerhalb eines knappen Tages draufgeschraubt. Das meiste machen Caroline, Pelle und ich, auch ein neugieriger Nachbar hilft ein bisschen mit. Die Module haben an der Rückseite zwei Kabel (Gleichstrom, also je ein + und - Ende), die man zusammenstecken muss.

So sieht das Ganze inzwischen aus:

Die Kabel: Jede der drei Reihen hat also rechts und links ein Kabel heraushängen. Wir haben 150m Verbindungskabel und passende Stecker bekommen, mit denen jedes Ende dann ins Haus zum Wechselrichter geführt werden muss. Nach einigem Probieren und Diskutieren finde ich heraus, wie man diese Stecker (+ und - bekommen verschiedene Stecker) zusammensteckt und die Kontakte mit einer Crimpzange am Kabel festklemmt, messe die Kabellängen sogar richtig ab (es ist knapp, wir haben 150 m bekommen und nach meinen Berechnungen brauchen wir stark 140, da darf ich nicht viel verschenken, und alle 6 Kabel haben verschiedene Längen), und gebe jedem Kabel einen Namen, damit ich dann später weiß, welches Kabel von welcher Reihe und welchem Ende kommt.

Die Kabel sollen aber zum Schutz vor Nagetieren durch einen Metallschlauch geführt werden. Zum Glück hat mir der Monteur den Tipp gegeben, dass man mit Schmierseife nachhelfen kann. Mutter an Schnürchen binden, mühsam von oben auf dem Gerüst stehend durch das 11m lange Rohr durchschütteln - Schnürchen von der Rolle war zu kurz und ist ganz durch das Rohr gerutscht. Nochmal: Mutter an Schnürchen binden, schütteln, kommt auch raus, am Ende dann die Kabel anbinden, ziehen - Schnürchen abgerissen.

Das selbe nochmal, am dünnen Schnürchen eine stabilere Nylonschnur, Kabel rein, ziehen, stopfen, fast aufgeben. Nieselregen.1 Liter Schmierseife später sind die 6 Kabel schließlich ganz durch das Rohr gezogen.

Selbstverständlich sind meine Beschriftungen aber verschwunden, als die Kabelenden wieder aus dem Rohr herauskommen, ich weiß also nicht mehr, welches ein Plus- bzw. Minus-Kabel ist und von welcher Reihe sie kommen. Ich klettre wieder aufs Dach, stecke die Kabel von den Modulen los, und messe mit einer Prüflampe und kleiner Batteri an beiden Enden der Kabel, welche Enden zum selben Kabel gehören. Nicht mal so dumm für einen schlichten Psychologen, finde ich.

Innen in der Scheune muss ich schnell die Wand verstärken, den Sicherungskasten versetzen, drei Stromschalter (für jede Reihe Solarmodule einen) montieren, den blauen Wechselrichter aufhängen. Dann kommt der Elektriker, der den Wechselrichter (der macht aus dem Gleichstrom vom Dach Wechselstrom, den wir dann ins Netz einspeisen wollen), der also den Wechselrichter ans Stromnetz anschließt.

Dann wieder warten, bis der Solarmensch endlich seinen Sohn schickt, der die Anlage in Betrieb nehmen soll. Das ist der spannende Moment, ob ich alle Kabel richtig gelegt habe. Aber alles stimmt, wir produzieren den ersten Strom:

Bevor allerdings noch ein Monteur vom Netzbetreiber kommt und einen Strommesser anschließt, der nicht nur den hereinkommenden, sondern auch den produzierten und von uns eingespeisten Strom misst, müssen wir die Anlage wieder ausschalten. Später werden wir dann aber sogar übers Internet immer schauen können, wie viel wir im Moment produzieren.

Und gut sieht es auf jeden Fall schon einmal aus, finde ich.

Spät am Abend im Herbst, wenn die Sonne schon tief steht, werfen ein paar Bäume Schatten auf unserer Solarmodule. Aber wozu hat man eine Motorsäge...

 

 

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Das Dach muss drauf, der Monsun kommt sicher

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Der schwedische Monsun droht, deshalb muss so langsam das neue Dach auf die Scheune. Eigentlich soll es fertig sein, bevor Schweden und damit unser Zimmermann im Juli in die Ferien fährt. Mit dem Abriss waren wir so weit, aber dann hatte er kein Gerüst verfügbar, dann zuerst noch andere Dächer zu machen, und so zog sich alles etwas hin.

Zuerst muss ja das Loch zugemacht werden, da, wo der Anbau war und wir dann den Betonsockel gegossen haben - ok, haben gießen lassen.

Das geht relativ schnell:

Wenn sie mal kommen, dann auch gern mal mit vier Mann, ich helfe mit, so gut es geht, und klettre immer schneller immer höher.

Entgegen den Plänen will Roger jetzt, dass wir einen Teil des Eternits auf dem Dach lassen, v.a. um Zeit zu sparen. Etwas unwillig lassen wir uns darauf ein. Dort, wo es aber zu bröselig ist, nehmen wir es herunter.

Wo kein Eternit als Dampfsperre liegt, kommt eine Plastikfolie drauf, festgetackert an den Balken und die Bahnen miteinander verklebt.

V.a. am unteren Teil der Scheune war das Eternit aus irgendeinem Grund älter und poröser.

Auf das alte Dach werden Kanthölzer geschraubt und auf die dann ordentliche Riegel.

Die Unterlage ist nicht ganz eben, obwohl die Zimmerleute etwa in der Mitte des Dachs sogar einen Stützbalken abgesägt haben, um den gröbsten Knick abzumildern. Da seht ihr mal, wie viel trotzdem noch unterlegt werden musste, damit die waagrechten Riegel dann ganz grad liegen. Roger ist sehr ordentlich, mehr als 2 mm Abweichung wurden nicht toleriert.

Zum Schluss sieht die Rückseite dann so aus - fertig für das Blech:

Halt, nein: zuerst muss der Blechner kommen, die Dachrinnen anbringen, damit deren Aufhängung dann vom Blechdach überdeckt wird. Über einem Eingang macht er einen besonderen Ablauf fürs Regenwasser und Schneefang. Sehr solide, das hält ewig - und sehr teuer.

Das Blech wird geliefert und ist schon auf die richtige Länge zugeschnitten. Zwei recht dünne Stapel, man fragt sich, wie das reichen kann.

Auch unser Blech kommt aus Indien:

Es geht recht schnell, die Blechbahnen hochzuziehen und festzuschrauben, sie sind aber echt schwer und scharfkantig. Oben auf den First kommen noch Extra-Bleche drüber.

Damit ist das Hauptanliegen geschafft, nämlich die Scheune vor dem Verfall zu retten. Das Blechdach ist fast zu schön für den Rest, aber daran arbeiten wir dann auch noch.

,

Am Tag nachdem das Dach drauf war, kam der erste große Regen der Monsunsaison (oder "-säsong", wie die Schweden schreiben).

Erstaunlicher Weise war es auch jetzt wieder so, dass neben dem Bauen noch andere Dinge los waren.

Ich habe mich - erfolglos - auf eine Forschungsstelle am Kinderkrankenhaus von Silvia geb. Sommerlath beworben.

Am Ende des Sommers ist der Surströmming in seiner Dose ordentlich durchgegoren, sodass man ihn essen kann (wenn man den Geruch aushält). Man rollt ihn in Dünnbrot, verdünnt den Geschmack mit Kartoffeln und Zwiebeln und spült mit Aquavit nach, dann geht's.

Wir ernten die letzten Kartoffeln.

Die Kühe fahren heim, diesmal schon am 2. Oktober, weil kein Gras mehr wächst. Die letzten Tage ernähren sie sich v.a. von Wildäpfeln, die wir von den Bäumen schütteln.

Zum Getreideernten war es immer zu nass, erst Ende September gibt es dann ein paar trockene Tage, an denen man das nachholen konnte und wir einen Wagen Stroh heimgefahren haben. Wer einen Traktor hatte, war an diesen Tagen draußen, und wir waren mit unserem auch dabei.

Unter dem neuen Dach liegt das Stroh jetzt sehr schön gut.

 

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Neben dem Bauen

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... war selbstverständlich auch noch etwas anderes los:

Pünktlich wie es sich gehört an Ostern wurde der Mist gefahren.

Irgendwas zum Aufräumen gibt es immer:

Anfang Mai wurden die Kühe geliefert...

... und eine davon nach vier Wochen wieder abgeholt. Sie hat sich von den anderen abseits gehalten, wirkte nicht krank, aber die Besitzer wollten sie lieber daheim unter Beobachtung haben.

Es wurde Kunstdünger gefahren dort, wo dann Silage produziert werden sollte...

Starenjunge gezählt...

Brombeerenwälder gerodet:

... und selbstverständlich jede Menge Ampfer geerntet.

Wieder diese weißen Raupen unter den Wurzeln, die leider heimatlos wurden.

Auch den Nachbarn sind mal die Kühe durchgebrannt...

... nicht nur uns:

Orchideen und Arnika sind dieses Jahr bei uns so gut wie noch nie gewachsen.

Die Kühe sind halt noch jung, da kann man mal sehen, ob bei der Nachbarin vielleicht noch etwas Milch zu holen ist.

Nein, es bleibt beim Wasser.

Sie müssen ab und zu auf eine neue Weide umgetrieben werden. Die unten im Wald haben uns zur Verzweiflung getrieben. Es war so trocken, dass sie den Strom im Zaun nicht mehr gespürt haben, und obwohl wir Zaunpfähle noch und nöcher erneuert haben,

waren sie ein paar Tage lang fast jeden Morgen Richtung besserer Weide, Richtung Dorf und großer Straße unterwegs. Einmal auf den Geschmack gekommen, waren sie mit ihrer Waldweide nicht mehr zufrieden. Hier sieht man sie, wie wir sie aus dem Wald über das Land der Brüder zu den anderen 20 treiben, die bessere Weide haben und vielleicht etwas zur Beruhigung der Ausbrecherinnen beitragen.

Die Abteilung Zaunpfahlproduktion kommt kaum mehr hinter der Nachfrage her.

Als Per zum Mähen kommt, funktioniert sein Mähwerk nicht, das Ersatzteil konnte auch nicht sofort geliefert werden, da musste er erst einmal wieder heimfahren.

Nach dem Mähen schnell noch mit der Sense über die Ränder, damit dieses Gras auch noch mit in die Ballen kommt:

Nach einem Tag Trocknen und ohne Regen wurde die Silage schon gerollt und verpackt.

25 Ballen wurden es.

Unsere eigene Sensenwiese haben wir Anfang Juli gemäht - 1 1/2 Tage zu zweit nur mit der Sense - ...

... und das Heu trocken reinbekommen.

Irgendwo graben die Wildschweine immer:

Der Heimatverein hat sein eigenes Sensenmähfest, diesmal vormittags mit Kurs zum richtigen Einstellen und Schleifen der Sense.

Am Nachmittag wird dann gemäht - der Tomte rechts mit der gelben Mütze spielt Flöte dazu ...

... und anschließend im Museum bei traditioneller Musik gegessen.

Kleinere Projekte sind, den Antrieb des Rasenmähers zu reparieren oder besser: auszutauschen - sowas dauert bei mir zwei ganze Arbeitstage -

... und wenigstens mal mit dem Perdeanhänger anzufangen.

Daneben war dann zum Ausgleich auch mal Mittsommer...

Feuerchen am Angelsee...

und Kaffeetrinken mit den Nachbarn.

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Grundlegendes zur Scheune

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Das große Projekt dieses Jahr ist ein neues Dach auf der Scheune. Es soll Blech werden und auf der Westseite Solarzellen drauf. Der Anbau im Westen war früher die Liegehalle für Carolines Kühe, er ist jetzt aber leider marode und nicht richtig nutzbar. Zu niedrig, um mit dem Traktor hineinzufahren, und in einer Ecke stehend, wo es ständig nass ist. Weil es zu teuer wäre, ihn zu retten, und wir ihn nicht wirklich brauchen, wollen wir ihn abreißen. Dann wird auch die Dachfläche für die Solarzellen größer.

Zuerst muss er ausgeräumt werden.

Innen drin befand sich alles mögliche, Brenn- und Bauholz in rauhen Mengen. Man sollte öfter mal was abreißen, das gibt Gelegenheit, Dinge wegzuschmeißen. Alten Kruscht haben wir verbrannt - auch die Grundplatte für Pelles Modelleisenbahn -

...und das brauchbare Bauholz draußen gestapelt.

Dann kommen die Verkleidungsbretter weg ...

und bei Licht betrachtet sieht man, wie ordentlich die Zimmerleute damals gearbeitet haben: Die Balken sind teils nur etwas mit dem Beil behauen, schön angepasst und verzapft. Blöd nur, wenn der eine Balken unten schon weggerottet ist und der Zapfen praktisch ganz aus dem anderen Balken herausgerutscht ist. Die Dachplatten aus Eternit sollen weg. Ein Vorschlag war, das Blech einfach draufzulegen, wir wollen sie aber entsorgen, damit sich kommende Generationen nicht damit herumschlagen müssen. Endlich hat der Zimmermann ein Gerüst geliefert, auf das man eine Leiter stellen kann.

Nein, ich kann es überhaupt nicht leiden, auf hohe Leitern zu steigen. Aber: A man has to do what a man has to do.

Zumindest war das ein guter Anlass, einen schönen Akku-Schrauber zu kaufen, mit dem man die Platten losschrauben kann - nachdem man tagelang eine Lösung gesucht hat, wie die quadratischen Schraubenköpfe in ein sechseckige Steckschlüssel-Hülse passen, und wie man eine Steckschlüssel-Hülse ins Bohrfutter des Akkuschraubers bekommt.

Irgendwann sind die Dachplatten aber vom Anbau herunter:

Jetzt können wir ihn abreißen. Der Nachbar mit der Waldmaschine kommt und sägt mal munter drauf los. Mit zu vielen Bedenken kommt man nicht weiter.

Ich säge von innen die Verbindungen zwischen Dachstuhl Hauptgebäude und Anbau los.

... während Stig das Ganze irgendwie mit der Waldmaschine festhält... ... und dann zusammenfaltet.

Keiner ist erschlagen worden.

Der Zimmermann hat große Bedenken hinsichtlich der Stabilität, die Ecke muss erst einmal zusätzlich abgestützt werden, bevor Stig mit dem Bagger eine Grube für das Fundament ausheben kann, wo dann die Rückwand der Scheune wieder aufgebaut werden soll. Es war dann doch gut, dass das mit dem Bagger gemacht wurde und ich das nicht "so mal" mit der Schaufel gemacht habe; die Steine, die da zum Vorschein kamen, hätte ich kaum rausbekommen.

Inzwischen haben wir eine Ladung Schotter geliefert bekommen.

Die Bauleute bauen sehr ordentlich und auf dem Millimeter vermessen eine Form für das Betonfundament.

. In der Mitte kam das Grundgebirge zu Tage, das wollte Roger eigentlich weggesprengt haben. Ging dann aber auch so.

Das Fundament soll aus 40 cm armiertem Beton mit einer Reihe darauf gemauerten Steinen bestehen. Wir hätten den Beton selbst gemischt - ein Nachbar im Dorf hat einen Mischer mit 350 l Inhalt, den man an den Traktor anschließen kann - aber Roger wollte doch seeeehr gern Fertigbeton haben. Also gut.

Die Jungs kamen mit einem sehr schönen Betonmischer, der eine hydraulisch ausfahrbare Rutsche hat, die man mit Fernbedienung steuern kann.

Das Gießen ging schnell, dann hat Roger wieder sehr ordentlich Metallstäbe in den Beton gesetzt, die die Mauersteine halten sollen.

 Im Innenraum kommt später noch ein zusätzlicher Stützbalken, der auch ein Betonfundament kriegt.

So langsam drängt die Zeit, am 28. Juli soll unser "Taklagsfest" stattfinden - das war mal zur Feier der abbgeschlossenen Dachlege geplant und wir machen es trotzdem, auch wenn das alte Dach noch draufliegt. Jetzt soll es wenigstens ein "Grundlagsfest" werden. Im Innenraum wollen wir einen ordentlichen Betonboden haben, da kommt dann u.a. eine Werkstatt hinein. Wie wild reißen wir den zwar schön gemachten, aber verrotteten Holzboden heraus

und graben alles weiche Erdreich, Dezimeter von verrottetem Stroh usw. weg.

 

Gut, wenn man einen Traktor zum Wegfahren und Löcher zum Reinschmeißen hat.

Auf solidem Grund sollen zumindest 10 cm Schotter liegen und dann eine Betonschicht von ebenfalls 10 cm Stärke mit Eisenmatte drin.

Inzwischen sieht es so aus:

Ein bisschen was bleibt noch zu tun...

... bis die neuen Kätzchen wieder ein ordentliches Dach über dem Kopf haben.

 

 

 

 

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Frühling 2017

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Bevor ich nach dem großen Winterprojekt zum großen Sommerprojekt übergehe, muss ich ersteres zumindest berichtsmässig abschließen.

Meine orangenen Hilfsmittel und ich waren selbstverständlich - fast müsste man sagen: natürlich - weiter im Wald und Gebüsch, aber auch andere in der Gegend hier waren fleißig und haben den Wald geleert und - im Gegensatz zu uns - ihr Konto gefüllt.

Für die ganze Arbeit im Winter bekommen wir vielleicht einen Hektar von Weideland, das wegen des vielen Gebüschs nicht mehr beitragswürdig war, wieder anerkannt. Das bedeutet 1000 Kronen Zuschuss zusätzlich im Jahr, also stark 100 Euro. Abzüglich literweise Kettenöl und Zweitaktermischung, vielleicht mal eine neue Kette für die Säge und die ganzen Vesperbrote, die ich da verbraucht habe, bleibt ein Stundenlohn von keinem Euro. Aber wir haben jetzt dort auch zwei Kühe mehr als letztes Jahr, das gibt drei Kronen pro Kuh und Tag vom Hof, wo sie herkommen. Letztes Jahr waren es 157 Weidetage, ergibt 942 Kronen zusätzlich, doch auch 100 Euro, vor der Steuer. Ob man jetzt 18 Kühe sucht und zählt oder 20, das ist beim Aufwand kein großer Unterschied, zwei Tiere mehr erhöhen den Gewinn also deutlich, wenn auch auf 157 Tage umgerechnet, an denen man rumgehen und suchen muss, weiter in Taschengelddimensionen.

Wir haben also an verschiedenen Stellen weiter umgefallene Bäume beseitigt, teils in Bråtagärde...

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teils nordöstlich von Anitas Haus...

Da hatten die Pferde eine Weide mehr oder weniger entrindet, der das nicht gutgetan hat, und die jetzt endlich mal weg musste.

Das gab teils Futter für ein Feuer am Platz und teils eine Erhöhung des Stapels zum Brennholz-Machen. Bloß: wer sägt das jetzt in Rugel und spaltet es?

Hier, wenn man sich auf dem Bild um 90° nach rechts dreht, blickt man den Buckel runter Richtung Gällared. Da ist es sehr nass und offensichtlich in den letzten Jahren auch immer nasser geworden, weil hier die Bäume einer nach dem anderen umstürzen. Als Weideland zählt das nicht, aber die Tiere gehen trotzdem gern hinunter, weil es da im Sommer schön kühl ist.

Manchmal kommt auch ein Elch herauf und hinterlässt seine Spuren:

Ich glaube, die gehen im Winter nachts an unseren Silageballen, der da in der Nähe stand.

Am Hang runter war eine riesige Eiche in der Mitte abgebrochen, die obere Hälfte hing von der Bruchstelle noch schräg runter.

Die habe ich vorsichtig von den Ästen her zerkleinert, schön die Fluchtwege freigehalten, und dann kam der Stamm zum Schluss auch ganz richtig auf den Boden. Da liegt jetzt tonnenweise Eiche, aber man kommt dort nicht mit dem Traktor hin, um das aufzusammeln. Der Nachbar mit der Waldmaschine könnte da vielleicht reinkommen, hat aber oft Besseres zu tun und zudem letzte Woche einen Herzinfarkt bekommen. Immerhin werden jetzt beim Sturm keine Kühe erschlagen.

Ansonsten sieht es dort so aus:

Da kann ich für den Moment nur dafür sorgen, dass alles auf der Erde liegt und verrotten kann, und dass man irgendwie zu Fuß durchkommt, wenn man die Kühe suchen muss.

Das ist und bleibt eher ein Rückzugsraum für das Wild und mit den ganzen Haselnussbüschen eine Futterquelle für den Tannenhäher.

Der hier sieht auch nicht gut aus:

 

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Das große Winterprojekt

Das große Winterprojekt

Was könnte das auch anderes sein als Büsche roden und alte Kulturlandschaft wiederherstellen? Auch die Natur soll dabei nicht zu kurz kommen. Es ist tatsächlich so, dass manche seltene Pflanzen hier es geradezu brauchen, dass Kühe auf ihnen herumtrampeln, damit sie im nächsten Jahr wieder wachsen können. Dann hat das ganze ja auch einen ökonomischen Nebeneffekt: Wo nämlich die Büsche zu dicht stehen, wächst darunter nicht mehr genug Gras, dann kann diese Gegend nicht mehr als Weideland angesehen werden und wir bekommen den EU-Beitrag nicht. Im letzten August hatten wir Besuch von einem freunlichen Herrn von der Landwirtschaftsbehörde, der uns gezeigt hat, was wir eh schon wussten, wo es nämlich besonders zugewachsen war. Er kam, weil wir um einen Extra-Zuschuss fürs Restaurieren der Weideflächen angesucht hatten, aus mehr Geld vom lieben Steuerzahler und der lieben Steuerzahlerin wurde aber nichts. Dann halt ohne!

Es ging v.a. um die große blau-umrandete Fläche unten links in der Karte.

Heute ist auch die kleine blau-umrandete Fläche in der Mitte unten fertig geworden, das ist der Anlass für diese atemberaubende Meldung. Das hätte ich vielleicht auch noch an Herrn Trump schicken sollen, damit er sieht, was hier in Schweden wirklich passiert und er keine Horrorgeschichten erfinden muss.

Ziemlich genau in der Mitte der Karte sieht man unser Haus, einen Finger breit darüber die Stall-/Scheune (zwecks Größenvergleich: 30 m lang), und unten halb-rechts das Museum und den Hof der Brüder Johansson. Die blau-umrandeten Flächen sind geschafft, die gelb-umrandeten teils ein bisschen begonnen, aber im Großen und Ganzen erst projektiert. Und dann gibt es in Bråtagärde auch noch ein paar Flächen... Und das ganze Kleinzeugs am Rande, was man halt immer so mit macht.

Wir haben also den Winter über wie schon öfter berichtet gesägt, geschleppt und verbrannt.

An dieser Stelle war z.B. mehr als die halbe Fläche mit Apfelbüschen zugewachsen. Ich habe 5 stehen gelassen, quasi zur Erinnerung. Im Hintergrund die Reste der bekannten Eiche - heute haben wir die Bank, die ich daraus gesägt habe, mit dem Traktor in den Hausgarten gefahren.

So sah es vorher aus (ein Dank an die Bildredaktion dieser kleinen Zeitung, die endlich mal eine ordentliche Vorher-Nachher-Dokumentation hinbekommen hat)...

... und so, wenn man die Kamera etwas nach rechts gedreht hat:

Apfelbäumchen sind ja schön, aber so als Büsche blühen die nie, und mit ihren dornigen Zweigen verdecken sie jede Menge Gras und Kräuter.

Zwischendurch hat es ein paar Tage lang Schnee gehabt, aber wenn so ein Feuer mal brennt, dann brennt es auch.

Und wenn es nicht brennt, dann kommt die Bäuerin und zeigt Dir, wie man es richtig macht.

Zum Anzünden nehme ich einen Sack voll Heuschnüre und einen Arm voll Restholz mit. Mit ein bisschen Altöl geht es noch besser, aber das vom letzten Ölwechsel beim Traktor ist schon längst verbraucht.

Hier war ein Teil einer Weide auf eine Birke gefallen, die jetzt völlig auf den Boden gebogen ist. Ich will mal sehen, ob sie sich im Frühjahr wieder aufrichten kann. Das Weidenholz wird dann halt Brennholz.

Wenn man mal einen Tag so richtig gefeuert hat, dann hält die Glut auch über Nacht, selbst wenn es ein bisschen draufschneit. Bloß darf es nicht zu sehr winden, sonst verbrennt sie zu schnell, und am nächsten Morgen ist nichts mehr übrig.

Am schnellsten geht es, ein Feuer anzubekommen, wenn man Glut vom Vortag zur neuen Feuerstelle bringen kann.

Dazu nehme ich dann einen Blecheimer, schaufle den mit meiner Schaufel von den Schwäbischen Hüttenwerken in Baiersbronn (dieser Typ heißt "Frankfurter" Schaufel, man lernt ja nie aus), schaufle also so viel es geht hinüber zur neuen Feuerstelle, und dann geht das ziemlich schnell an.

Es muss auch zügig gehen, wenn man solche Häufen zu entsorgen hat.

Man versucht ja, die großen Stücke für den Nachbarn an eine Stelle zu schleppen, wo er sie mit der Waldmaschine abholen kann, aber er will nur dicke und lange Stücke, damit es sich auch lohnt und er gut laden kann:

Bis auf wenige kleine Häufen, die man für die Igel oder wen auch immer lassen kann, muss halt das Feuer her, um die Reste via Luftweg abzutransportieren.

Ab und zu braucht man eine Pause: Ich trinke Tee...

... während die Pferde Schnee fressen dürfen.

Wenn man Glück hat, sieht man ein paar Rehe abspringen, wenn man rauskommt. Vom Elch nur seine Hinterlassenschaften:

Dieser Hang hier - mehr oder weniger vom Museum aus in unsere Richtung schauend - war dort unten jetzt das letzte Teilprojekt. Der war wohl früher ein Stück, wo man mit der Sense Heu gemacht hat.

Hier sieht man einen Zwischenstand mit einigen Reisighäufen.

Hier mehr in die andere Richtung von oben nach unten schauend:

Rechts hier das Museum und der Hof der Brüder. In der Mitte haben wir immer eine Tränkstelle für die Kühe.

Bei Sonnenschein kann das auch ganz schön sein, aber nach so vielen Wochen sägen und verbrennen hält sich die Begeisterung dann doch in Grenzen.

Ich weiß nicht, wie viele Liter Zweitaktermischung ich in der Motorsäge umgesetzt habe. Das Kettenöl kaufe ich inzwischen wie die Profis im 20-Liter-Kanister.

Rechts ein weiterer Haufen zum Abholen.

So romantisch war das die letzten Tage. Die trübe Luft kommt nicht nur von meinen beiden Feuern - aber auch.

Heute abend, Blick zurück (Perspektive wie im Bild davor, ganz so dunkel, wie mein Fairphone es darstellt, war es aber nicht):

Zum Glück muss man diese Arbeit nicht jedes Jahr machen. Wenn man alle zwei Jahre die Büsche schneidet, die die Kühe nicht kleinhalten, dann wird nichts so groß, dass man dann diese radikalen Maßnahmen ergreifen muss. Und dann kann man sogar das Abgeschnittene einfach liegen lassen, das verrottet dann - sagt Sture, und der muss es wissen.

 

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Stockholm Dezember 2016

Stockholm Dezember 2016

Zu unserem schon 3. Hochzeitstag gab es diesmal nur eine kleine Reise, wir waren ja erst neulich in Griechenland. Die Gattin, also wir, wollten eine Kunstausstellung besuchen, und überhaupt. Daheim waren auch zu viele Kinder geparkt, da war es doppelt gut, ein bisschen wegzukommen. Mit dem Auto nach Varberg, dann mit dem Öresundszug nach Göteborg, und dort mit dem schön altmodischen, bequemen und günstigen Blauen Zug nach Stockholm.

Da können wir uns sogar ein zweites Frühstück im Speisewagen leisten.

Der schöne Hauptbahnhof in Stockholm war noch weihnachtlich geschmückt. Schön, finde ich.

Wir hatten ein Zimmer im Vandrarhem gebucht, zu dem auch das Schiff "Af Chapman" gehört, Typ Gorch Fock, das an einer der Inseln in der Stadtmitte am Kai liegt.

Der Weg geht immer am Wasser entlang, das ist in Stockholm halt so, rechts über die Brücke liegt das Schlösschen von Karl Gustav und unserer Silvia ...

... links die königliche Oper. Dort wurde 1792 der Stifter des Hauses, König Gustav III., gemeuchelt.

Immer am Wasser entlang, die Fähren sind eingemottet, ein paar Ausflugschiffe sind aber unter Dampf.

Auf der "Af Chapman" selbst haben wir keinen Schlafplatz bekommen, aber gleich daneben in der ehemaligen Kaserne für die Handwerker, die dort am Schiffsbau beteiligt waren. Stockholm besteht mehr oder weniger aus Inseln und Buchten, dort öffnet sich ein Inlandssee, der Mälaren, ins Meer, welches aber gleich wieder mit Inseln und Inselchen vollgestopft ist. Das heißt dann Schärengarten. Auch ein "Holm" bedeutet "Inselchen", deshalb ist Stockholm das Stöckcheninselchen. Jedenfalls hat es viel Wasser, über das im Sommer Fähren gehen, im Winter muss man drum herumlaufen oder die Straßenbahn oder U-Bahn nehmen. Das Kasernenzimmer sieht auch so aus, kein unnötiger Luxus, Klo und Dusche über den Gang, aber dafür auch für arme Bauersleute bezahlbar. Und von der schweizerischen Jugendgruppe, die auch da ist, hört man in unserem Flügel keinen Ton!

Wir sind ja früh los, jetzt ist es erst Mittag, und wir machen uns auf den Weg auf die Nachbarinsel "Djurgården" (Tiergarten) nach Waldemarsudde. Dort hatte ein kunstbegeisterter Prinz Eugen sich ein Häuschen bauen lassen, wo man jetzt noch seine feudale Einrichtung, seine eigenen, teil auch ganz ordentlich selbst gemalten Gemälde und wechselnde Ausstellungen besichtigen kann. Wir wollen zur Ausstellung von Schwedens teuerster Künstlerin Cecilia Edefalk. Unglaublich, wie die malen kann, eine Palette von feinsten Aquarellen von Strandblumen über in Bronze gegossene Birkenzweige und Ganesha-Figuren bis zu monumentalen Ölbildern. Bilder von ihr findet man im Netz, suchen nach "Cecilia Edefalk bild".

Zuerst mal müssen wir aber die Küche des Prinzen besuchen und Mittagessen.

Nach der Ausstellung nehmen wir die Straßenbahn, erholen uns ein Stündchen in der Juhe und machen uns dann auf den Weg zum feierlichen Abendessen, aber nicht ohne einen Abstecher zum Window-Shopping.

Auf der Königinnenstraße (Drottingsgatan) sind die Leute unterwegs, um ihre Weihnachtsgeschenke umzutauschen.

Im Restaurant Il Tempo, wieder auf einer anderen Insel, "Södermalm", hatte ich auf Verdacht einen Tisch reserviert und wir haben es gut getroffen, gutes Essen, guter Wein und für Stockholmer Verhältnisse nicht exorbitant teuer. Auch zurück gehen wir zu Fuß, durch die Altstadt auf dem Ritterinselchen...

Wir wollen noch in eine Bar, aber entweder sind die voll von Jugendlichen oder schließen grad schon. Da treten wir den Rückweg an. In der Ferne blinkt heimelig das Schiff...

... aber halt mal wieder auf der anderen Seite des Wassers.

Am nächsten Morgen liegt das Schiff immer noch am Kai, ...

... wir gehen zum Bahnhof, nehmen einen superneuen MTR-Express nach Göteborg und von dort wieder den langweiligen Öresundszug nach Varberg.

Nein, dem wurde nicht die Lok geklaut, der gehört so. Am frühen Nachmittag kommen wir daheim an, es ist Sylvester, 2016 ist ohne größere Katastrophen im privaten Bereich vorübergegangen.

 

 

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Wintersonne

Wintersonne

Jetzt wird es physikalisch:

Vorgestern, am 21. Dezember, war überall auf der Nordhalbkugel unseres kleinen Planeten der kürzeste Tag. Mich hat interessiert, ob es bei uns im Norden tatsächlich so viel dunkler ist als bei Euch da unten in Mitteleuropa. Deshalb habe ich den Verlauf der Sonnenauf- und -untergänge in Göteborg und Stuttgart über das Jahr verglichen. (Die ungeprüften Daten stammen von http://www.sonnenuntergang-sonnenaufgang.info/stuttgart bzw. http://www.sunrise-and-sunset.com/sv/sun/sverige/goeteborg/.

Eigene Berechnungen, Mitteleuropäische Zeit ohne Sommerzeit.

 

Die roten Linien beziehen sich auf Göteborg, die blauen auf Stuttgart. Auf der Ordinate ist die Uhrzeit (für Sonnenauf- und -untergänge) abgetragen bzw. die Dauer in Stunden für die Tageslänge. Man sieht, dass der Sonnenaufgang in Göteborg am 1. Januar so um 9:00 Uhr ist (hellrote Linie unten), und in Stuttgart um 8:16 Uhr. Sonnenuntergang in Göteborg um halb vier, in Stuttgart um halb fünf. Dann geht es aber bei uns hier steiler bergauf als in Stuttgart, denn wir müssen den Rückstand in der Tageslänge ja bis Mittsommer auf- und überholen. Mitte des Jahres ist dann die Tageslänge bei uns (rosa Linie) bei 18 Stunden angekommen, in Stuttgart (hellblaue Linie) sind es 16 Stunden. Zum Herbst geht es bei uns wieder steiler bergab als im Süden. Bei der Tageslänge habt Ihr uns am 23.09. (sic!) wieder überholt (12 Stunden und 6 Minuten vs. 12 Std. und 5 Min. bei uns).

In die Entwicklung der Tageslänge geht sogar die Umlaufgeschwindigkeit der Erde um die Sonne ein, die im Jahresverlauf nicht immer gleich ist. Habe das grad nochmal nachgelesen. Unser Weil-der-Städter Johannes Kepler hat herausgefunden, dass ein Himmelskörper (die Erde, z.B.), der um einen anderen kreist (also genauer gesagt herumeiert, es geht ja um elliptische Bahnen), dass also die Erde dann schneller läuft, wenn sie in Sonnennähe ist, und langsamer, wenn sie weiter von der Sonne entfernt ist. Das ist wohl auch gut so, ansonsten würden wir, wenn wir grad in Sonnennähe sind, bei zu kleiner Geschwindigkeit auf die Sonne fallen, und in großer Entfernung von der Sonne bei zu großer Geschwindigkeit aus der Kurve fliegen). Im Mittel ist unsere Bahngeschwindigkeit um die Sonne 107000 km/h oder so um die 30 km pro Sekunde. Nächst an der Sonne sind wir um den 3. Januar, am weitesten entfernt um den 5. Juli (siehe mal wieder Wikipedia - Beitrag "Erde").

Diese Kombination von schiefer Erdachse und sich ändernder Umlaufgeschwindigkeit führt zu ziemlich ungleichmäßigen Zu- und Abnahmen in der Tageslänge. Wer sich näher dafür interessiert, wie das sich in Süd-, Mittel- und Nordschweden auswirkt, kann Schwedisch lernen und beim Schwedischen Meteorologischen und Hyrdologischen Institut hier nachlesen.

Ende des Jahres wird es im Wettlauf zwischen Göteborg und Stuttgart richtig spannend. Um die Wintersonnwende (21.12.) herum sieht es folgendermaßen aus:

Die Tageslänge in Göteborg (rosa Linie bei ca. 6 1/2 Std.) ist weiterhin deutlich kürzer als in Stuttgart (etwas versteckte hellblaue Linie bei stark 8:00 Std.). Aber: Ihr da unten wartet auch nach dem 21.12. noch auf besseres Wetter, bevor Ihr wieder einen Zahn zulegt und erst am 25.12. eine Minute gewonnen habt, während bei uns schon am 22.12. der Tag wieder um eine ganze Minute länger geworden ist.

Vielleicht ist deshalb der 21.12. der Tag des "ungläubigen" Apostels Thomas. Der wollte den aus dem Reich des Dunklen wieder zurückgekehrten Jesus erst akzeptieren, als er klare Evidenz hatte, dass das keine Täuschung war. Wir merken es auch erst einmal nicht, dass die Tage wieder länger werden, müssen also erst einmal glauben, dass es irgendwann mal wieder heller wird. Die spürbare Bestätigung kommt dann später. In der Dunkelheit hilft es ungemein, wenn so wie jetzt grad die Sonne mal durch den Nebel kommt. Da kann man mit der Motorsäge raus oder sich sonstwie bewegen; Licht und Bewegung helfen gegen die Winter- und auch gegen sonstige Depressionen. Das ist evidenz-basiert, aber was wir tatsächlich draus machen, hängt von unserem Glauben (oder wie wir Psychologen sagen: von unserer Wahrnehmung) ab.

Titelbild: Meine aktuelle Rodungsfläche, die vorher total zugewachsen war. Im Vordergrund eine sterbende Esche. Die besondere Form kommt daher, dass man die Eschen und andere Bäume früher beschnitten hat, um Zweige als Winterfutter fürs Vieh zu gewinnen.

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Hellas Nov. 2016

Hellas Nov. 2016

Eine kleine Reise am Ende des Jahres ist bei uns schon fast zur Tradition geworden. Im November passt das am allerbesten, v.a. wenn die Gattin über Weihnachten und teils Neujahr arbeiten muss.

Passend zum Ziel Griechenland haben wir diesmal den Esel genommen.

Caroline schiebt ein bisschen mit, während ich - sonnen-verbrannt und mit leichtem Bartansatz - beim Gehen ein bisschen philosophiere.

Also, jetzt aber im Ernst: Es ging mitten in der Nacht mit dem Auto nach Kopenhagen, dann bei Sonnenaufgang mit dem Flieger...

in geschlagenen drei Stunden über den Balkan - rechts sehe man den Kosovo..

nach Athen. Gleich bei der Landung schönes Wetter. Wir nehmen den Bus in die Stadt zum spätenstens seit der Krise in Griechenland bekannten Syntagma- (Verfassungs-)Platz, und dann noch ein Stück mit dem Taxi. Unser nettes Hotel "Orion" lieg an einem kleinen Hügel mit Park drauf und hat eine Dachterrasse mit Aussicht über die Stadt und Akropolis.

Das wäre also das Ziel für die nächsten zwei Tage: Möglichst viel Sonne tanken, kaputte Steine besichtigen und im Café herumsitzen. Diese Straße gehen wir oft rauf und runter, man kann zu Fuß in die Altstadt gehen. Unser Viertel hier ist etwas "vernachlässigt", viele leer stehende Geschäfte,

... Bäume mit Mandarinen, viele Katzen,... viele Graffiti, , aber auch viele Bars und ein paar kleine Restaurants, wo die Jugend sich trifft (wir natürlich auch), und unter den nicht wirklich klimaneutralen Gasstrahlern noch Ende November draußen sitzt.

Das Bier heißt u.a. "Mythos", wer seine "Dialektik der Aufklärung" gelesen hat, kann in der griechischen Mythologie und Geschichte sehr schön die Entwicklung vom Mythos zum Logos nachvollziehen, und bei zunehmendem Biergenuss dann wieder zurück.

Unten an der Straße auf dem Weg in die Altstadt liegt auch die klassizistische Akademie von Athen,

, die mit der alten Akademie von Platon aber nicht viel zu tun hat.

Die Akropolis ist ein Muss, also nix wie rauf. Auf dem Weg dort hin kam aber erst mal unser Begrüßungskomittee vorbei, beeindruckende Soldaten in langen Strümpfen, die an einem Schuh eine Art Holzklöppel haben, der beim Aufstampfen extra laut scheppert.

Die Woche vorher war Obama hier, da hatten wir Glück, dass er schon wieder abgereist war. Da war die Stadt gesperrt, einschließlich Akropolis. Man geht den Hügel hoch, durch den Nike-Tempel, ,

oben dann der Parthenon-Tempel, der der Göttin Athene gewidmet ist und deshalb "Parthenon-" oder Jungfrauentempel heißt, weil Athene nicht korrekt geboren wurde, sondern ihrem Vater Zeus aus der Stirn gehüpft ist. Hephaistos musste da ein bisschen mit der Axt nachhelfen. Zeus hatte Athenes Mutter zuerst geschwängert und dann verschlungen, hatte sie wohl zum Fressen gern. Nach einiger Zeit bekam er Kopfweh, und aus der Stirne sprang Athene, gestiefelt und gespornt mitsamt Schild und Speer. Die Athener hießen damals noch anders, brauchten aber jedenfalls eine Stadtgöttin (m/w). Athene und Poseidon bewarben sich um den Job, und der Athener König durfte entscheiden. Athene bot als Geschenk den Olivenbaum. Poseidon hingegen stieß seinen Dreizack in einen Felsen und heraus kam Salzwasser. Was hättet Ihr genommen? (Vielleicht war ja das Salzwasser ein Symbol für die Herrschaft über das Meer, aber die Athener nahmen jedenfalls den Olivenbaurm und Athene durfte ihres Amtes walten).

Der Parthenon war noch ganz gut intakt, auch nachdem die Christen ihn zu einer Kirche umbauten. Nur der Innenraum und die große Statue der Athene sind verschwunden, heute ist sie durch einen Baukran ersetzt. Die Türken machten eine Moschee aus ihm und nutzten einen Teil als Munitionslager, auch das war noch nicht weiter schlimm. Dann kamen aber mal wieder die Venezianer, die 1687 eine Kanonenkugel auf die Akropolis schossen. Das Pulverlager flog in die Luft und mit ihm große Teile des Tempels. Den Rest erledigten die Engländer, die stahlen, was nicht niet- und nagelfest war. Doch, selbst das.

Selbstverständlich interessiere ich mich noch mehr für den Akropolis-Traktor als für all die Göttinnen.

Von oben hat man auch eine schöne Aussicht über die Stadt. Der Lykapettos-Hügel hier im Mittelgrund wird später noch eine Rolle spielen. Er ist höher als die Akropolis. Dort oben wohnten die Götter (wenn sie nicht grad im Olymp waren), da ging man nicht hin, man gab sich als einfaches Mensch mit dem zweithöchsten Hügel zufrieden.

Das Akropolis-Museum oben auf dem Berg ist außer Betrieb, unten am Fuß gibt es jetzt ein wunderbares neues Museum. Einfach hingehen. Mit schöner Dachterrasse zum Kaffeetrinken (und wunderbaren Bedienungen - meint meine Frau.)

Auf dem Weg zum Museum liegt rechts mal wieder eine Hagia Sofia (Heilige Weisheit), nicht die große in Istanbul, aber auch hübsch orthodox.

Mit einem Bier und gebackenem Schafskäse (mit Honig und rotem Pfeffer) schafft man die nächsten drei Stunden im Museum und dann den langen Weg um den Hügel zurück in Richtung auf den Biergarten, wo sich eher die Einheimischen treffen. Hier heißt das Bier Alpha, die Souflaki sind sehr gut. Hungrige Katzen ohne Ende.

Am nächsten Morgen fahren wir nach Piräus. In Griechenland funktioniert entgegen dem Vorurteil wirklich alles perfekt. Bloß heute ist Streik in der U-Bahn, aber nur auf der Linie, die wir nehmen wollen. Da machen wir einen müde aussehenden Taxi-Fahrer nicht grad glücklich, aber verschaffen ihm ein bisschen Arbeit. Er bringt uns zum Fährhafen, dort kommt das Schiff pünktlich an.

Lustig, wie man mit griechischen Buchstaben den englischen Namen des Schiffs schreibt.

Genau: "ΦΛΑΙΝΓΚ ΚΑΤ 6" heißt "Flying Cat 6".

Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden. Zum Glück steigen wir nicht schon in Poros aus. Da gibt es Autos!

Auf Hydra gibt's Esel als Transportmittel (auch zwei kleinere Lastwagen, einer für die Müllabfuhr und ein anderer fährt ständig ein paar Zementsäcke durch die Gegend). Die Esel warten mit ihren Lenkern am Hafen auf Arbeit, wenn ein Schiff einläuft.

Wir gehen erst mal in die Pension Alkionides, haben dort ein schönes Zimmer mit kleiner Küche, sodass wir uns das Frühstück selbst machen können.

Terrasse. Ruhig. Nur eines Morgens arbeitet einer stundenlang mit der Hilti...

Es blühen noch Rosen,

...die Zitronen sind bald reif.

Wir gehen erstmal eine Runde um den Hafen auf die ruhigere Seite. OK, wenn nicht grad ein Schiff ankommt, ist es überall ruhig.

 

Wie überall: Katzen.

Die Insel ist bekannt für ihre mutigen Kapitäne, die für die Befreiung von der Türkenherrschaft gekämpft haben. Die alten Kanonen stehen noch da, sind jetzt auf die Touristen gerichtet. Aber wenn die Reichtümer bringen und nicht mitnehmen, verzichtet man aufs Abfeuern.

Nach einem anstrengenden Rundgang durch die Stadt

... müssen wir uns erst einmal in der Abendsonne bei einem "Alpha" erholen. 

Dann gibt es wieder Berge zu ersteigen, vorbei an Eseln,

, und ihrer nicht sehr ansprechenden Weide...

, Richtung Kloster des Profeten Elias.

Es geht steil den Berg hoch, mit Aussichten zurück auf den Hafen .

Die Hänge sind ordentlich terrassiert: , es wachsen v.a. Pinien und Olivenbäume. Leider habe ich mein Werkzeug nicht dabei:

Auch hier werden Steinmauern gebaut. Mangels Eichen nimmt man hier schnöde Stahlpfosten.

Weiter hoch! Und noch weiter: . Gleich haben wir es geschafft. Da unten läuft grad ein Schiff aus.

Hat Elias etwas mit Pferden zu tun? Das Kloster ist ganz gut im Schuss (es ist auch noch bewohnt), auf dem Dach werden die letzten Ziegel winterfest gemörtelt.

Das Material musste dieser brave Esel heraufschleppen.

Die Kirche im Innenhof:

Beim Frauenkloster machen wir eine Pause. Man kann ein bisschen was einkaufen, Seife, Kräuter, die Ikonen lassen wir eher dort, wo sie sind.

Hinunter geht es klarer Weise leichter als hinauf. Man kommt an Zedern (links) und Zypressen (rechts) vorbei...

... und an den Zisternen, in denen früher das Regenwasser gesammelt wurde, und die wohl ein allgemeiner Treffpunkt waren. Heutzutage bekommt Hydra sein Trinkwasser aus einer Entsalzungsanlage.

Endlich wieder ein Kaffee!

Am nächsten Tag gehen wir auf der anderen Seite an der Küste entlang, da gibt es noch einen kleinen Fischerhafen , eine alte Pinie an einem der unzähligen Kanonenplätze , freilaufende Hühner und Katzen... . Nach langem Herumstreunen finden wir sogar das Haus, in dem Leonard Cohen ein paar Jahre gelebt hat. Jemand hat Blumen und Kerzen an der Tür abgelegt.

Am nächsten Morgen - ja, es war wieder Streik angekündigt, diesmal bei der Fähre, deshalb mussten wir das 07:00 Uhr-Schiff nehmen - läuft die Flying Cat 6 wieder fast pünktlich ein. Sie bringt uns ohne Probleme nach Piräus (Achtung, auf griechisch spricht man das Piraias aus). Wir haben uns wieder im gleichen Hotel am Hügel einquartiert. Dorhin gelangen wir mit der schönen U- bzw. S-Bahn.

Jetzt haben wir ein Zimmer mit Balkönchen, von dem aus man den Gipfel sieht, den wir morgen besteigen werden: den Lykapettos.

Dass wir so früh von der Insel los mussten hat auch sein Gutes, wir haben Zeit für das archäologische Museum,

mit dem Schatz von Mykene (jede Menge Gold, aber meist nur in Folienstärke), Statuen ohne Ende, ganz guten Erklärungen, und einem kühlen Innenhof mit seltenen Pflanzen und auch modernen Skulpturen.

Am nächsten Tag, oben auf dem Lykapettos sind die alten Götter nicht mehr zu finden, aber eine Kirche mit unzähligen Heiligenbildern, auch gut, und einer alten Dame, die alles in Ordnung hält.

Dem neuen Gott Konsum huldigen wir auch, indem wir im Gipfelrestaurant ein paar Kaffee und Bier trinken und lesen.

Unten kommt man mehr oder weniger am Syntagmaplatz raus. Da gibt es einen Park, den Nationalgarten, um das ehemalige Stadtschloss der Königin Amalie und des ersten griechischen Königs Otto (ein Bayer) herum.

Dort laufen freie Schildkröten herum, aber heute war es ihnen wohl zu kalt.

Es gibt ein paar Gehege und Volieren mit Ziegen, Kaninchen, Papagaien. Letztere fliegen auch draußen herum.

Schon am Ankunftstag hatten wir gesehen, dass direkt vor unserem Hotel Samstags Markt ist. Da wollten wir vor dem Abflug noch vorbei, ein paar Oliven, Kräuter, Wein kaufen.

Schön ordentlich stapelt man hier die Tomaten und Kartoffeln auf, nicht so schlampig wie in Calw beim Karl-Eugen. Herrliches Gemüse, davon kann man hier in Schweden nur träumen. Bei uns kommt Freitags das gelbe Fischauto vorbei, aber diese Auswahl kann es nicht bieten:

Heimwärts mit dem Flieger, schön war's!

 

 

 

 

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Spätherbst

Spätherbst

Heute, 6. Niovember, bläst ein eiskalter Wind und es hat zum ersten Mal geschneit. Wenn jetzt der Winter kommt, braucht es noch schnell einen Rückblick auf die letzten Herbstaktivitäten.

Solange es noch trocken war, sind wir noch ein bisschen Betesputsare gefahren, nachdem ich die Keilriemen gewechselt hatte.

An manchen Stellen war das echt nötig, wo das Gebüsch so stark wächst, dass man von Hand nicht mehr hinterherkommt. Es wurde ganz gut, bis dann der Traktor stehen blieb. Diesel aus. Die Anzeige hat einen Wackelkontakt, deshalb sieht man nicht, wie voll der Tank ist, und ich bin noch nicht dazu gekommen, mir das anzuschauen. Zudem will ich dann auch gleich das Zündschloss austauschen (andere Geschichte), und das kostet mich noch ein bisschen Überwindung, und man kann es drinnen machen, also verschiebt man es auf die dunkle Jahreszeit.

Also heimgelaufen, und zum Glück waren im Kanister noch so 15 Liter.

Auf dem Bild sieht man auch den Effekt des Betesputsare, links im Bild: vorher, rechts: nachher.

Es lohnt sich, beim Fahren ab und zu einen Blick nach hinten zu werfen. Wenn plötzlich nichts mehr gemäht wird, dann ist ein Bolzen an der Kraftüberführungsachse, die auf gut deutsch wohl Zapfwelle heißt, zwischen Traktor und Maschine, gebrochen. Im Bild in der Mitte.

Der Bolzen dient wohl der Sicherheit, er soll bei Überlastung brechen, um das Getriebe am Traktor oder an der Maschine zu schützen.

Aber warum bricht der gleich zweimal direkt nacheinander, ohne dass die Maschine auch nur den Boden berührt hätte? Und dann bricht er wieder stundenlang nicht, obwohl es hinten doch ziemlich gekracht hat und man ein paar Schlaghämmer geschrottet hat? Jedenfalls ist es besser, man fährt die Maschine nur, wenn man ein paar von den Bolzen als Reserve in der Tasche hat, ganz zu schweigen vom Kasten mit den Schraubenschlüsseln.

Auch auf dem Küchenacker in Bråtagärde, den wir im Frühjahr nach dem Pflügen mühsam von Steinen befreit hatten, und den Peter in Välasjö dann mit neuem Gras eingesät hatte, war zum Schluss zu viel Gras übrig. Da hätten die Kühe noch eine Woche weiden können. Damit es nächstes Jahr besser wächst, habe ich da auch gemäht. Ob das wirklich hilft oder grad unnötig war? Es hat drei Schlaghämmer gekostet, die je 100 Kronen kosten, und Diesel samt Treibhauseffekt. Agrar-Ökonomie ist wohl die zu all diesen Tätigkeiten gehörige Wissenschaft, die die Frage auch nicht klären kann, ob das, was man jetzt grad tut, sich wirklich in Zukunft rentiert.

Die Maschine ist inzwischen hochdruckgereinigt, geölt und für den Winter geparkt.

Zwischendurch kann man, wenn man Lust aufs Sägen hat, am großen Rodungsprojekt weiterarbeiten.

Fortschritte sind auf den Bildern hier ja kaum zu erkennen, die Bildredaktion dieses kleinen Blogs hat mal wieder keine vernünftige Vorher-Nachher-Dokumentation organisiert. Jedenfalls will die Landwirtschaftsverwaltung, dass das ganze Gebüsch hier mehr oder weniger verschwindet, bis auf einzelne Bäume oder ab und zu mal ein Haselnussbusch. Es soll wieder Gras wachsen und die Kühe sollen da im Sumpf herumtrampeln, was angeblich manche seltene Pflanzen sogar brauchen. Da unten leben aber auch Tannenhäher, die hier sehr selten sind, und Haselnüsse brauchen. Wir holzen also nicht alles ab, sondern hoffen, dass die Naturschutz- sich mit der Landwirtschaftsverwaltung irgendwie ins Benehmen setzt und wir für übrig gebliebenes Gebüsch dann keinen Abzug bekommen.

Birkenstämmchen und anderes fallen jedenfalls tonnenweise an.

Die Pilze hier essen wir besser nicht:

Hier sieht man vielleicht doch einen Effekt. Vorher:

Nachher:

Die dickeren Stämme schleppe ich zu einer Stelle, wo Stig sie mit seiner Waldmaschine für die Pellets-Produktion abholen kann. Dünnes Zeug kann er nicht brauchen, da verfährt er mehr Diesel, als das Zeug dann Heizwert hat, also muss ich es vor Ort verbrennen.

Mit Glück sieht man bei der Gelegenheit einen schönen Sonnenuntergang, der Herbst war eigentlich recht sonnig und trocken.

Auch in Anitas Garten habe ich Gebüsch abgeholzt, jetzt sieht man von uns aus sogar durch via Gewächshaus zu ihr runter.

Das Kaninchen Freja hat einen Kumpel bekommen, der François heißt. Wir haben ihn kastrieren lassen, weil man diese mageren Zwergkaninchen ja eh nicht essen kann. Vorerst mussten die beiden aber noch getrennt sein, nach der OP ist man wohl noch 3 Wochen lang gefährlich, sprich: fruchtbar. Brauchte eine Zwischenwand im Gehege, und weil das Wetter dann doch scheußlich wurde, auch noch ein Kaninchenhaus für Freja, da der gnädige Herr während seiner Rekonvaleszenz im zweistöckigen Kaninchenschloss residieren sollte.

Heute war es dann soweit, die beiden sind in den Pferdestall umgezogen (worden), draußen ist es einfach zu nass und zu kalt. Auch unsere Gartenmöbel sind vor ein paar Tagen schon in der Scheune gelandet.

 

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Volvo BM 430

Volvo BM 430

Der alte Traktor ist ein Volvo BM 430 Baujahr 1971, an vielen Stellen leider schon ziemlich heruntergekommen, aber der Motor läuft noch und wir brauchen ihn eigentlich nur zum Mistfahren, weil man dann zum Beladen den Wagen nicht immer vom Traktor abhängen muss, sondern den einen Traktor am Wagen hängen lassen kann und mit dem anderen, neuen Traktor den Mistwagen beladen kann.

Im Sommer war ein Kühlwasserschlauch gerissen, der wohl noch original von vor 40 Jahren war, und den hatte ich ja, wie die konzentrierte LeserIn sicher noch erinnert, heldenhaft gewechselt. Vor dem Winter wollte ich dann auch noch das Motoröl wechseln (ja, man muss Motoröl sagen, es könnte auch das Getriebeöl gemeint sein oder das Hydrauliköl, oder was ein Traktor sonst noch alles für Öle hat).

So sieht der Traktor von unten aus. Bloß, wo lässt man das alte Öl heraus?

Hier?

An dem roten Rechteck mit den vielen Schrauben ist eine Ablassschraube, aber das ist das Getriebe. Versuchen wir es mal hier:

Ja, das scheint die Ölwanne zu sein. Jedenfalls läuft da eine Menge Öl heraus, nachdem ich die Schraube aufgedreht habe.

... und es sind die erwarteten 6 Liter, und anschließend zeigt der neue Ölpeilstab nichts mehr an. Ich habe auch einen neuen Ölfliter gekauft, den ich jetzt einsetzen will. Aber das, was ich für den Ölfilter gehalten hatte (so genau ist das im Handbuch nicht beschrieben, und auch in verschiedenen Internet-Foren habe ich dazu nicht viel Erhellendes gefunden), also das war ein zweiter Dieselfilter. Der Ölfliter sitzt versteckt hier:

... und bräuchte einen neuen Einsatz, den ich jetzt aber nicht habe. So leere ich das alte Öl halt aus dem Filter und schraube ich ihn wieder dran. Den neuen Einsatz bekommt er dann im Frühjahr.

Der Dieselfliter - ein Dr. phil. kauft selbstverständlich den Filter von Delphi - ist recht leicht gewechselt:

. Nachdem ich ihn drangeschraubt habe, finde ich in der Schachtel noch eine Tüte mit vier Dichtungsringen, die mir am alten Filter gar nicht aufgefallen waren. Schraube den Filter also wieder ab und ersetze auch noch die Dichtungsringe. Das Mühsame ist, dass man anschließend die Dieselleitungen entlüften muss, d.h. an mindestens 5 Stellen aufschrauben, mit einer kleinen Handpumpe, die sich schließlich auf der anderen Seite beim Tank findet, solange pumpen, bis an der geöffneten Schraube Diesel ohne Luftblasen herausfließt, dann weiter zur nächsten Schraube (auf - pumpen - zu), und zum Schluss die Dieselrohre an den Einspritzdüsen oben am Motor auch ein bisschen aufschrauben und den Anlasser laufen lassen, bis da auch Diesel rausläuft. Auch da wieder zuschrauben und siehe - der Motor springt an, und sogar meine Kühlwasserschläuche sind dicht.

Wir parken den Traktor für den Winter, da muss ich jetzt bloß noch die Batterien ausbauen, damit ich sie über den Winter immer wieder laden kann. Sonst entladen sie sich, frieren vielleicht ein und gehen kaputt.

Nächstes Jahr schaue ich mir vielleicht die Handbremse an. Und noch diese Saison wechsle ich Öl. -filter und Dieselfliter beim neuen Traktor. Gut, dass ich den alten zum Üben habe, da ist alles etwas einfacher gebaut.

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Herbst

Herbst

Der September und die ersten beiden Oktoberwochen waren außerordentlich trocken, man konnte noch gut draußen arbeiten. Für Sonntag war dann aber Regen angekündigt, deshalb wollten wir bei dem trockenen Boden noch so viel wie möglich mit dem Betesputsare ("Weideputzer") arbeiten. Die Kühe hatten noch etwas zu fressen und sollten erst kommende Woche abgeholt werden.

Ich sitze also am Freitag auf dem Traktor und mähe Brennnesseln und kleine Büsche.

Vorher:

Nachher:

Zwischendurch muss ich den Pferden Wasser mit dem großen Tank bringen, da ruft meine liebe Frau an, dass die Kühe doch schon morgen (das war also Samstag) abgeholt werden. Wir müssen also schnell Gatter besorgen, mit denen man dann einen Pferch bauen kann, aus dem man die Kühe dann in den Wagen bugsieren kann, ohne dass sie rückwärts wieder auf die Weide drängen. Ich fahre zu Arne und Caroline zu Stellan.

Arnes Gatter stehen auf seiner Weide zum selber Abbauen, dann kann man sie mit dem Palettenträger transportieren.

und aufbauen.

Am nächsten Morgen stehen die Kühe fast neben dem Pferch, wir freuen uns schon, dann kommt ein Jagdhund und die Rindviecher galoppieren in den Wald. Anschließend bekommen wir sie aber wieder in die richtige Richtung gelenkt (das ist kein "Treiben", sondern geht sehr ruhig zu), schließlich sogar in den Pferch und dann mit mehr oder weniger sanftem Druck gehen sie auch in den Wagen.

Dasselbe dann in Bråtagärde.

.

Schade, jetzt sind sie weg und haben es sicher nicht mehr so schön wie bei uns. Sie werden noch einige Monate mit 600 Kolleginnen weiter gefüttert und dann geschlachtet.

Anschließend bauen wir die Gatter wieder ab und bringen sie zurück.

. Arne bekommt seinen Pferch wieder aufgebaut.

Weil es der letzte trockene Herbsttag ist, fahren wir weiter mit dem Betesputsare. Zuerst unten im Wald auf einem alten Acker.

Dort ist es feucht und man muss die Binsen und aufkommenden Birken klein halten. Nebenbei bauen wir Steinmauern wieder auf, die unter Wind und Wetter, zahmen und wilden Tiere leiden.

Und durch mich, wenn ich mit dem Traktor ein bisschen dagegen fahre.

Auch auf der "Habichtslichtung" gibt es einen alten Acker, der Ritteracker heißt. Dort lebte der angestellte Soldat, den die umgebenden Bauern aushalten und bei Bedarf dem König zur Verfügung stellen mussten.

Es geht super, machmal kracht es, dann lag da ein großer Stein im Boden, was dann den einen oder anderen Schlaghammer kostet (Stückpreis: 90 Kronen). Büsche werden nicht so richtig geschreddert.

Nach einer Weile fängt die Maschine aber zu rauchen an. Es sind die Keilriemen, die zu heiß werden, einer ist heruntergesprungen, wohl deshalb, weil ich sie nicht noch einmal richtig gespannt habe. Es wird eh dunkel und wir fahren heim.

Kleine Keilriemenkunde: Gezahnt, Breite 17 mm, Länge innen 1000 mm, das steht sogar drauf, sofern man die Geheimcodes entschlüsseln kann.

Wir müssen neue bestellen. Auch ein schönes Weihnachtsgeschenk.

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Sommer

Sommer

Jetzt kommt ein langer Rückblick, weil der Sommer auch lang war, aber doch zu kurz, um Zeit zum Blog-Schreiben übrig zu haben.

Die Kühe wachsen und genießen - denkt man sich - das dolce far niente mit Gras und - trotz des meist schwarzen Fells - einem Platz in der knalligen Sommersonne.

Die kleinere Gruppe im Wald unten hat es kühler, findet aber auch sonnige Lichtungen. Wenn man Glück hat, hat man sie nach einer halben Stunde gefunden. Wir wollen sie täglich sehen, um im Fall eines Falles bei dieser gefährlichen Zeckenkrankheit schnell reagieren zu können, oder falls sie doch mal versehentlich durch den Zaun gehen. Das ist aber bei denen hier nie passiert.

Zwischendurch ist an der am schlechtesten zugänglichen Stelle überhaupt ein Baum über den Zaun gefallen und hat einen Pfosten umgehauen. Das war eine Schlepperei, Motorsäge, neuen Pfosten, Vorschlaghammer und Eisenstange für das Loch über zwei Bäche und gefühlte 500 m Sumpf den Berg hoch schleppen; nicht angenehm, aber sehr gesund, solange man sich nicht grad die Beine dabei bricht.

Bloss die große Gruppe oben, die war mal 9 km weit im Wald verschwunden.

Obwohl schon Sommer ist, sind wir mit den nötigsten Zaunarbeiten noch nicht fertig. Die Zaunpfahlindustrie arbeitet auf Hochtouren.

Insgesamt werden es diese Säsong (ja, so schreibt man das auf Schwedisch!) so 100 Pfähle, die ich schnitze und die wir setzen.

Papa kommt und muss sich sein Abendessen hart verdienen.

Das hier ist die Stelle, wo die Kühe letztes Jahr mindestens 3 Mal über die Mauer zum Nachbarn geklettert sind. Jetzt gibt es hier neue Zaunpfähle, und die Rindviecher bleiben schön, wo sie sollen.

Am Ampfer muss man dranbleiben. Das Ziel war, dass auf unserem Land dieses Jahr keines dieser Erfolgsgewächse reife Samen abschmeißen kann. Ich bin nicht sicher, ob das gelungen ist.

Mein Ampferausstecher von den Schwäbischen Hüttenwerken in Baiersbronn, mit dem es gleich doppelt so viel Spaß macht. Das Wundergewächs hat praktisch alles, was man zur Übernahme der Macht auf der Welt braucht. Eigene Dornen braucht man nicht, weil man sich am liebsten mit Brennnesseln vergesellschaftet, die die chemische Abwehr übernehmen. Als Luftwaffe setzt man Kriebelmücken ein (die hier "knott" heißen).

Zum Schluss landet Ihr aber trotzdem auf dem Feuer.

Unter jeder zweiten Pflanze wohnt übrigens eine weiße Made, die vielleicht mal gerne ein wunderschöner Schmetterling werden will. Aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Die Schmetterlinge müssen damit zufrieden sein, dass wir manche Wiesen lange wachsen lassen, bis die Blumen verblüht sind, und kein Gift spritzen.

Wir haben uns für eine effizientere Buschbearbeitung eine gebrauchte Motorsense gekauft. Dem Sägeblatt tut es nicht wirklich gut, wenn man versucht, Steine kleinzusägen, aber man kann es wieder schärfen. Das hat mir Sture gezeigt, mit dem ich ein paar Tage lang einen seiner Hänge gerodet habe. Es macht mehr Spaß zu zweit, ich kann mir was abschauen, und ihm mit seinen knapp 80 hilft es auch ein bisschen.

Wo wir grad bei den Maschinen sind: Beim Volvo-Traktor ist ja beim Mistfahren ein Kühlwasserschlauch geplatzt. Das Umwickeln mit Klebeband hat nicht wirklich geholfen.

Den geplatzten Schlauch und gleich alle anderen mit habe inzwischen wenigstens ausgewechselt...

...aber die anderen Traktorprojekte warten noch auf schlechtes Wetter.

Im August war ein paar Tage lang trockenes Wetter (überhaupt war das hier der trockenste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hier. Bei uns war es ganz OK, nur jetzt gegen Schluss zu trocken, aber im schwedischen Osten, auf Gotland z.B., fehlt die Regenmenge eines ganzen Jahres, um das Grundwasser wieder aufzufüllen). Jedenfalls kam da der Lohnunternehmer und hat für uns gemäht und 19 Silageballen gepresst. Davon kommen vier von dem Acker, den wir im Frühsommer von Steinen befreit und den ein Nachbar neu eingesät hatte.

Da kann der Winter kommen, die Pferde werden nicht verhungern. Wirklich ökonomisch ist das Ganze hier nicht: Was wir mit der Arbeit auf dem Hof und den Kühen einnehmen, geht für Verbrauchsmaterial und diese eingekauften Dienstleistungen wieder drauf. Wir arbeiten also praktisch nur für die Pferde.

Eingekauft haben wir auch zwei Wagen Stroh, das ich zusammen mit Carolines Onkel Uno im Nachbarort geladen habe. Der Bauer dort ist mit seiner Ballenpresse über das abgeerntete Feld gefahren und hat das Stroh eingesammelt, wir beide auf dem Wagen hinten, während wir von der Ballenpresse mit Strohballen regelrecht beschossen wurden.

Nach drei Wagen hat es zum Glück angefangen zu regnen, da waren wir vorerst erlöst und konnten aufhören.

Auf dem Weg zurück (ich im Traktor mit zwei Anhängern gleichzeitig) ist an einem Anhänger ein Reifen geplatzt. Erstaunlicher Weise war das nicht an unserem Anhänger, die Reifen dort sind auch nicht mehr grad die besten.

Uno ist mit seinem Traktor heim gefahren und hat nach einem Ersatzrad gesucht, aber kein passendes gefunden. Nach einer Weile kam aber Peter aus Välasjö vorbei, und der hatte eines daheim, das er uns geliehen hat.

Damit es uns nicht langweilig wird, haben wir den Pferdestall neu ausgemalt. Dort soll auch eine Sattelkammer entstehen. Wie gesagt, wir brauchen viel schlechtes Wetter für solche Innenarbeiten.

Erst einmal war aber noch Sommer, tägliches Kühe-Suchen,

dabei für die Statistik und die Herkunftsverfolgung beim Fleisch auch die Nummern aufschreiben...

... beim abendlichen Wasser-Auffüllen unten am Museum die Stille genießen (möglichst nicht an das denken, was alles auch noch gemacht werden müsste).

Im Garten haben wir auch noch gearbeitet und mit den Bohnenstangen aus Birkenstämmchen à la Linné jetzt im Herbst eine Rekordmenge Bohnen geerntet.

Auch die Kartoffeln sind was geworden.

Unten im Naturschutzgebiet war im Winter eine große Eiche umgefallen. Sture hat mir geholfen, den Baum in kleinere Teile zu zersägen. Den untersten Teil des Stammes haben wir liegen gelassen, das wäre zu mühsam, den Stamm zu verarbeiten, und er war zu knorrig, als dass das gute Zaunpfähle gegeben hätte. Dazu waren ein paar Äste und obere Stammteile geeignet. Aus einem mittleren Stammteil habe ich eine neue Bank für den Garten gesägt.

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Heu

Heu

Heute war der letzte Tag, an dem man auf den Wiesen mit besonderem Wert (wegen seltenen Blumen) das Gras mit der Sense mähen durfte. Wenn man zu spät dran ist, bekommt man den - bescheidenen - Zuschlag von der Landwirtschaftsbehörde nicht mehr. Deshalb ging in den letzten Tagen hier verstärkt der Sensenmann um (auf Schwedisch heißt Sense "lie", folgerichtig heißt der Sensenmann hier "liemannen").

Das Wetter passt auch endlich, mit Glück bleibt es bis Sonntagmittag trocken und warm. Dann gibt es ein bisschen Heu, auch wenn wir es eigentlich nicht brauchen. Wir haben zwei Wagen voll gekauft, die wir zum halben Preis bekommen haben, weil ich dem Kollegen beim Laden von ein paar weiteren Wagen Heu geholfen habe.

Morgenstimmung beim Haus:

Und Abendstimmung beim Museum:

Heute konnte ich endlich den Polo aus der Werkstatt abholen, wo er wegen des Wildschadens repariert wurde. Vor der Reparatur war der Kühler ganz und dicht. Beim Abholen nach ein paar Kilometern leuchtete die Temperaturwarnleuchte, es piepste, der Kühlwasserbehälter war praktisch leer und unter dem Auto sah es so aus:

Mit aufgedrehter Heizung bin ich noch ein paar Kilometer bis zum "Lantmännen" gefahren, habe Kühlflüssigkeit gekauft und Wasser ausgeliehen, aufgefüllt, aber nach ein paar Kilometern daheim war es wieder leer. Werkstatt angerufen, Volkswagen Mobilitätsgarantie...

Auto mit dem Abschleppwagen wieder abgeholt. Den Namen der Werkstatt nenne ich hier lieber nicht. Immerhin sagen sie, sie hätten die Betrugssoftware ausgetauscht. Das ist ja wenigstens mal was, man fährt nicht mehr illegal herum.

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Linnés Råshult

Linnés Råshult

Am Geburtstag meiner Schwiegermutter sind wir zum Geburtsort und -hof von Carl von Linné nach Skåne gefahren. Dort hat man jetzt ein Kulturreservat eingerichtet, Linnés Råshult, das ganz ähnlich ist wie bei uns mit einem Museum in seinem Geburtshaus und angeschlossenem Naturreservat, wo man Orchideen und Schmetterlinge schützt, ab er auch mit einem Café, und einem angeschlossenen Bauernhof, der das Naturreservat bewirtschaftet.

Zuerst ging es quer durch die Pampa bis zu einem See, über den man mit Schwedens längster kabelbetriebener Fähre setzt.

Nachmittags um zwei gab es eigentlich kein warmes Essen mehr - Achtung, künftige SchwedenurlauberInnen, das kann passieren - aber eine Suppe konnten wir dann doch noch bekommen.

Auf dem Gelände baut man alte Obst- und Getreidesorten an,

und im Naturreservat gibt es dank extensiver Vieh-Bewirtschaftung und Mähen mit der Sense die gleichen Orchideen (u.a. Zweiblättrige Waldhyazinthe, die hier bei uns "Nattviol" heißt). Im Wald arbeiten die dort sogar mit Pferden, das kann nur eine Art subventionierte Museumswirtschaft sein. Aber allemal schön. Sogar der alte Carl ist wiederauferstanden (s. Website dort), führt durch seinen Garten und setzt sich im Café kurz zur Schwiegermutter, der er artig zum Geburtstag gratuliert. Carl von Linné muss ein Ordnungsfanatiker gewesen sein, er hat nicht nur Pflanzen, sondern auch menschliche Krankheiten systematisiert und wird deshalb als einer der Gründerväter der weltweit vorbildlichen Register mit Krankendaten betrachtet.

Es gibt immer noch oder wieder eine große Gartenanlage mit Kräuter-, Kohl-, Blumen- und sonstigen Gärten, wo wir uns einiges abgucken konnten. So wachsen die Bohnen bei uns mit Linnés Segen jetzt an Birkenstämmchen hoch,

und die Erbsen an einem aus Weidenruten geflochtenen Gitter.

Ein schönes Tor haben sie auch, das man mal nachbauen sollte, dort, wo man öfter mit dem Traktor auf die Weide fahren muss. Vielleicht für den Anfang eine Nummer kleiner.

Abends ging es wieder heim. Die Kühe liegen in der Mittsommer-Sonne

und die Waldbüffel unter einer Buche.

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Neue Kühe und was die so brauchen

Neue Kühe und was die so brauchen

Am 11. Mai haben wir wieder Jungkühe vom großen Milch-Fleisch-Biogas-Konferenz-Schloss-Gemüse-Hotelunternehmen Wapnö geliefert bekommen, insgesamt 33 Stück verteilt auf drei Weidegebiete:

daheim und im Naturreservat haben wir jetzt 18 Stück:

unten im Wald am Fluss sind es 8:

und in Bråtagärde sind es 7:

Dort wurden die ersten 7 ausgeladen, aber Nummer 7 wollte nicht raus, sie musste von 2 Männern mehr oder weniger rausgetragen werden. Es sind echt teils noch richtige Kälber... Auf jeden Fall waren die ersten sechs schon im Gebüsch verschwunden, bevor Nummer 7 endlich draussen war, und sie hat den Anschluss verpasst. Ich hatte aber keine Zeit um etwas zu unternehmen, musste dem LKW hinterher zum Abladen der anderen. Am Nachmittag hatte Nummer 7 ihre Genossinnen immer noch nicht gefunden, und als sie mich sah, hat sie den schwächsten Zaunpfahl anvisiert und ist genau dort durch den Zaun. Strom und Draht interessiert in so einem Fall dann weniger. Also gleich am ersten Tag ein Kuhkind im Wald verschwunden, und trotz stundenlangem Suchen mit Autos und Fahrrad haben wir sie nicht wieder gefunden.

Das hatten dann am nächsten Morgen die anderen sechs übernommen - allerdings nicht innerhalb der Weide, sondern erstmal waren die auch verschwunden. Ich hätte heulen können. Sie sind durch den Bach und eine steile Böschung hoch, durch Nachbars Stacheldrahtzaun, lagen dann aber mit Nr. 7 zusammen auf der anderen Seite. Caroline und ich haben sie abends wieder zurückgeleitet, ich habe noch ein paar neue Zaunpfähle gesetzt und die Stelle am Bach, wo die anderen sechs raus sind, in eine Festung verwandelt:

Das war aber rückblickend völlig sinnlos, seither haben sie sich da unten nicht mehr blicken lassen.

Inzwischen sind sie sehr gelassen, auch Nr. 7, das ist die hübsche mit der weißen Blesse.

Die Zaunpfahlproduktion läuft auf Hochtouren:

Daneben haben wir inzwischen auch den Pferdemist auf den Wiesen verteilt, wo wir Silofutter machen lassen wollen. Dazu wird der alte Traktor aktiviert, mit dem Caroline den Miststreuer fährt. Mit einem zweiten Traktor muss man nicht immer den Wagen ab- und wieder ankoppeln um den Wagen zu beladen.

Der alte Volvo BM ist Baujahr 1975. Zwischendurch ist ein Kühlwasserschlauch, wohl noch ein Originalteil, gebrochen. Wir haben es so gut es geht geflickt und immer wieder Wasser nachgefüllt.

Auch der andere Traktor war kaputt, an einer Handpumpe für das Diesel hat er Luft gezogen. Da hat der Nachbar geholfen, sodass wir wieder fahren konnten. Inzwischen habe ich vom Ersatzteillieferanten der Wahl ein großes Paket bekommen und werde versuchen, Kühlwasserschläuche, Diesel- und Ölfilter und einiges andere auszutauschen, aber das ist eine andere Geschichte.

Mit dem Traktor habe ich einen Ausflug über Land gemacht...

...und 400 kg Kunstdünger geholt. Wenn das Gras für das Winterfutter für die Pferde richtig wachsen soll, dann reicht deren eigener Mist nicht aus. Der Landhändler hat lange gerechnet, wie viel Stickstoff wir brauchen, und dann habe ich von den Nachbarn den Kunstdüngerstreuer ausgeliehen:

Nur der Regen fehlt zur Zeit, auch für das gepflügte Feld, das inzwischen geeggt,

und eingesät ist. Aber ohne Regen wächst da nichts.

Was immer wächst ist der breitblättrige Ampfer.

Große Überlebenskünstler mit einer tiefen Pfahlwurzel.

Wenn man die nicht bis 7 cm unter der Erde herausbekommt, dann kommt die Pflanze wieder. Ich habe einen extra Ampfer-Ausstecher, eine Art zweizinkige Grabgabel von den Schwäbischen Hüttenwerken... - hatte ich das schonmal geschrieben?

Jedenfalls hat man manchmal Glück (oben im nächsten Bild) und manchmal hört man beim Herauswuchten ein Knacken, dann weiß man, die Wurzel ist abgebrochen. Auf Wiedersehen!

Ziel wäre dieses Jahr, möglichst alle Pflanzen zu erwischen, bevor sie Samen abwerfen. Wikipedia schreibt: "Eine Einzelpflanze bildet etwa 7.000 Samen, die vom Winde getragen werden und auf dem Wasser schwimmen. Im Boden können sie etwa 40 bis 50 Jahre überleben und keimfähig bleiben." Wo eine Pflanze das letztes Jahr geschafft hat, da findet man heute einen trockenen Blütenstängel. Und es gibt einige davon.

Man hat ja gerne einen versöhnlichen Schluss: Unsere Waldrinder sind noch ziemlich scheu, haben aber offensichtlich einen schönen Sommer. Jeden Tag muss oder darf man sie besuchen und dazu zwischen Eichen und Birken einen Spaziergang durch Heidelbeersträucher machen. Das ist schön.

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Frühling

Frühling

Das Titelbild trifft es recht genau: Es ist April, war schon warm, hat jetzt aber wieder geschneit, ...

und man ist noch mit dem Aufräumen der Weiden und Verbrennen von Gestrüpp beschäftigt, obwohl das eigentlich schon längst gemacht gehört hätte und man jetzt dringend Zäune reparieren müsste, weil die Kühe bald kommen.

Jedenfalls hat es noch einmal geschneit, und wir haben gefroren, als wir die 100 Starenkästen kontrolliert haben.

Wir nehmen an einem Projekt zur Beobachtung von Umweltgiften teil, "unser" Indikator ist der Aufzuchterfolg von Staren. Seit Jahren. Wir müssen 100 Nistkästen kontrollieren, teils reparieren, schauen, wo Stare und wo andere Vögel brüten, Stareneier und dann -küken zählen. Kaum bezahlt und viel Arbeit, aber meine Frau meint, das gehöre halt dazu. Bis zu sechs blaue Eier kann so eine Starin legen, jeden Tag eins, dann wird 12 Tage gebrütet, und währenddessen und nachher werden jede Menge Insekten gefressen. Kirschen und Weintrauben sind in unseren Breiten nicht gefährdet, da nicht vorhanden. Ende Mai kommt dann der Biologe und dreht ein paar Starjungen den Hals um, um sie im Labor auf Umweltgifte zu untersuchen. DDT findet man nicht mehr, zwischenzeitlich waren Flammschutzmittel der Renner, dann GoreTex-Imprägnierung, jetzt wird es weniger.

Der Besitzer von Bråtagärde hat eine Wiese umgepflügt, das sollte man alle 5 Jahre machen, damit man neu einsäen kann, dann wächst das Gras wieder besser. Nach dem Pflügen ist die Bäuerin mit der Egge über den Acker gefahren ...

... und wir haben tonnenweise Steine abtransportiert.

Ende April muss man auch die Anträge für die EU-Förderung stellen. Dafür gibt es ein praktisches System bei der Landwirtschaftsbehörde, in dem auf Karten jeder Quadratmeter Acker, Weide, Wald markiert werden kann, um dann anzugeben, was man damit machen will. Nicht überall ist alles möglich. Auf manchen Flächen kann man ein bisschen Extrageld verdienen, wenn es da seltene Blumen gibt (z.B. Arnika), und man dort vor dem 1. Juli nicht beweidet und dann von Hand mäht und das Heu abtransportiert.

Auf sehr verbuschten Flächen bekommt man kein Weidegeld, dort kann man aber einen Restaurierungsbeitrag beantragen, wenn man vorhat, die Büsche zu entfernen und die "ursprüngliche" Weidelandschaft wiederherzustellen. Bis zu ca. 400 Euro pro Hektar Fläche kann man bekommen. Ein Waaahnsinnsgeld für so ein bisschen Arbeit! Aber dafür hat man sich die Gebühren für das Fitness-Studio gespart.

Das Feuer, dem der Schnee dann doch nicht so gut getan hat, hat später dann doch noch gebrannt:

... und ein weiteres etwas weiter unten auch. Hier müssen aber noch viele Büsche weg, da bekommen wir bisher Abzug vom Weidegeld, während uns die Kinder die Haare vom Kopf fressen. Und ich habe eigentlich auch immer Hunger.

Wenigstens sind seit dem 1. Mai die Kartoffeln in der Erde, wie es sich gehört.

Das hier ist aus den Eichen geworden, die ich mehr oder weniger zielgenau gefällt hatte: Material für vielleicht 50 Zaunpfosten. Die werden wir auch alle brauchen, um die Weiden einigermassen ausbruchsicher hinzubekommen.

Damit es nicht nur nach Arbeit aussieht: Es ist ja auch schön hier, zwischen den Brombeeren wachsen eine Art wilde Stiefmütterchen.

 

 

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Brombeerenstelle

Brombeerenstelle

Smultron heißt "Walderdbeere" (die normalen Erdbeeren heißen "Jordgubbar"). Eine "smultronställe" ist ein Lieblingsplatz, auch im übertragenen Sinne und selbst dann, wenn dort keine Walderdbeeren wachsen. Ich habe meine Brombeerstellen, und aus der schon beschriebenen unterhalb des Hauses ist inzwischen eine Stelle ohne Brombeeren geworden (ja, bis auf weiteres, man muss dranbleiben...).

Zuerst waren es ein paar Haufen.

 

Die Brombeeren haben gut gekämpft und mich gebissen und gekratzt, so gut sie konnten, und richtige Kämpfer bekommen hier eine ehrenvolle Feuerbestattung. Hier kommt der letzte Rest des Feuers auf der leeren Brombeerstelle, im Hintergrund Anitas Haus und ganz hinten sind sogar zwei Pferde zu sehen, die am Silageballen nagen.

Der GEZ-Gebührenzahlerin sei's gedankt, dass ich neulich auf Arte einen Dreiteiler über Karl den Großen sehen konnte. Der hat den heidnischen Sachsen, die praktischer Weise auch Schätze hatten, sodass sich das Bekehren auch recht gelohnt hat, der hat denen also die Feuerbestattung ihrer Toten verboten. Hierher zu uns hat er es aber nicht geschafft, sodass man gute Feinde weiterhin dem Feuer übergeben darf. Es ist erstaunlich, wie viel Material man verbrennen kann, stundenlang zum Feuer geschleppt, und wie wenig dann davon übrig bleibt. Das Gestrüpp wird mehr oder weniger zu CO2 (Schande über mich, der Treibhauseffekt!) und Wasserdampf. und wird damit sehr praktisch vom Wind weggetragen.

Ein Feuer brennt nur gscheit, wenn es zumindest ein bisschen Wind hat - bei zu viel Wind macht man dann wieder kein Feuer, weil die Waldbrandgefahr sonst zu groß wäre. Wenn es mal brennt, dann kann es auch mittelmässig stark regnen, sofern das Holz nicht ganz frisch ist.

Bei Regen sieht es unter meinem Hut etwa so aus:

Der Hut ist auch praktisch, um einem Feuer Luft zuzufächeln. Man fragt sich echt, warum die Bauern hier in Schweden alle nur eine Schirmmütze tragen und keinen Hut. Da regnet es einem doch in die Ohren und in den Nacken, die Brombeeren erwischen einen leichter, und beim Feuermachen ist man mit Hut auch besser gegen die Hitze geschützt. Ein dreifaches "Hoch" auf den argentinischen Lederhut von der Landi in der Schweiz!

 

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Kettensägen

Kettensägen

Inzwischen fallen die Bäume - ok: Bäumchen, aber ich übe halt erst einmal mit den kleineren - manchmal schon ganz ordentlich in die gewünschte Richtung.

Manchmal auch nicht soooo ganz:

Die beste Entwicklung - wenn sich außer dem Haarausfall auch sonst nicht viel entwickelt - ist aber, dass ich inzwischen meine Sägeketten ganz gut schleifen kann, und zwar mit einer Schablone, die man auf die Kette aufsetzt und dann die Feile über zwei kleine Walzen im richtigen Winken zum Sägezahn geführt wird.

Das dauert dann (Kette mit 64 Sägezähnen) ca. 10 Minuten, spart aber eine Menge Zeit und Nerven beim Sägen. Ohne eine gut geschliffene Kette macht das einfach keinen Spaß und geht nicht vorwärts.

Es findet sich nämlich immer wieder ein neuer Baum, der weggeräumt und zu Brennholz verarbeitet werden will.

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